Die Chivas sind zurück

29.03.2010 - Nachbetrachtung 12. Spieltag

Guadalajara überrollt Santos mit 6:2 und ist wieder Superlíder. Der bittere Gang in die Liga de Ascenso ist für die Indios indes nicht mehr zu verhindern.

von Matthias Linsenmeier

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Eine Woche vor dem Superclásico des mexikanischen Fußballs haben die Chivas den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden und boten gegen Santos, die zuvor erst einmal in dieser Saison verloren hatten, eine beeindruckende Offensivgala. Schon nach nur einer Minute war der Ball im Netz vom mit Buh-Rufen und Pfiffen bedachten Ex-Chiva Oswaldo Sánchez gelandet - Torjäger "Chícharito" Hernández hatte geflankt und Jonathan Lacerdas Fuß verursachte ein Eigentor. Santos kam jedoch zurück und innerhalb von drei Minuten gelang es dem Argentinier Walter Jiménez das Spiel zu drehen. Santos hielt insgesamt in dieser temporeichen ersten Hälfte dem Chivas-Ansturm noch kraftvoll stand.

Die Gastgeber drehten jedoch die Begegnung ein weiteres Mal und Omar Arellanos erstes Saisontor sowie Héctor Reynoso vom Elfmeterpunkt bescherten dem "Rebaño Sagrado" eine nicht unverdiente Pausenführung. Nach dem Wiederanpfiff rollte dann ein Angriff nach dem anderen Richtung Santos-Tor und Javier Hernández, Marco Fabián sowie Alberto Medina gelang es letztendlich drei der zahlreichen hochkarätigen Torchancen in weitere Tore umzumünzen. Am nächsten Sonntag gastiert der hauptstädtische Erzrivale América im Estadio Jalisco, wobei der Zeitpunkt der Partie für die Chivas wohl kaum besser sein könnte. América strauchelt momentan etwas, während die Chivas bewiesen haben, dass der Traumstart mit acht Siegen zum Auftakt keine Eintagsfliege war. Außerdem profitierten die "Tapatíos" auch vom unerwarteten Remis zwischen den Jaguares und Monterrey, welches ihnen zurück auf das Superliderato half.

 

Monterrey musste indes in Chiapas feststellen, dass die Jaguares trotz ihres niedrigen Punktestands ein unbequemer Gegner sind. Der Kolumbianer Jackson Martínez auf Seiten der Jaguares wies einmal mehr nach, dass er ein großartiger und vielseiter Torjäger ist. Martínez erspielte sich zahlreiche Chancen gegen die überraschend wackelige Rayados-Defensive, bis schließlich zu Beginn der zweiten Hälfte ein platzierter und wuchtiger Linksschuss das Ziel fand. Osvaldo Martínez gelang zwar noch der Ausgleich, aber mehr war für den Titelverteidiger an diesem Tag einfach nicht drin in Tuxtla Gutiérrez.

Bereits am Freitagabend schwächelte mit Cruz Azul auch die dritte Mannschaft aus der Spitzengruppe und unterlag bei den Estudiantes Tecos mit 1:2 - Osvaldo Alanís war mit zwei Treffern der Held des Abends in Zapopan, während der Debüttreffer für Azul durch "Chaco" Giménez zu wenig für die "Máquina" war.

 

Am Samstag setzte sich Querétaro im gruppeninternen Duell gegen Atlas durch und setzte gelangte auf Platz 2 hinter den uneinholbaren Chivas in Gruppe 1. Die Tigres verloren währenddessen gegen Toluca erneut zuhause und zogen sich den Zorn ihrer Fans zu, die teilweise nach dem Spiel den Platz stürmten. Noch gestern abend wurde Trainer Daniel Guzmán von seinen Aufgaben entbunden. Unter dem Ex-Santos-Coach hatten die Tigres erst neun Punkte im Bicentenario geholt.

 

Die Indios steigen ab

 

Die Tigres mussten sich nur deshalb relativ wenig mit der Liga de Ascenso beschäftigen, weil die Indios seit vergangenem Sommer kein einziges Pflichtspiel gewannen, eine insgesamt völlig desolate Saison spielen und daher völlig zu Recht schon nach dem 12. Spieltag des Bicentenario als Absteiger feststehen. Am Samstagabend setzte es für die Grenzstädter eine verdiente 0:3-Niederlage gegen Atlante, bei denen der Peruaner Johan Fano sich nach Startschwierigkeiten anscheinend gut eingelebt hat. Sein Treffer zum 1:0 war bereits der vierte in Folge.

 

Am Samstag gelang außerdem Pachuca ein wichtiger 1:0-Sieg über Morelia, der die Liguilla bei den "Tuzos" wieder realistischer werden lässt. Am Folgetag kamen die Pumas gegen San Luis nicht über ein 0:0 hinaus, was jedoch die Liguilla-Chancen angesichts der Patzer der Gruppenkonkurrenten nicht großartig mindert.

 

Puebla, bei denen Trainer José Luis Sánchez Solá nach der bislang schwachen Saison inzwischen unter Druck geraten war, gelang beim Heimspiel gegen América der erhoffte Befreiungsschlag. Mit 2:1 setzten sich die "Camoteros" letztendlich gegen die "Águilas" nach Treffern von Carlos Ruiz und Hercúlez Gómez durch - der Anschlusstreffer durch Daniel Márquez war für América zu wenig. Nächste Woche beim Superclásico ist man gegen die Chivas nur Außenseiter.