1. Fußball-Liga - Mexico - Primera División

- Ligaporträt -

Modus

Liga & Modus

Die Primera División ist die höchste landesweite Spielklassse in Mexiko ( 1. Fußball-Liga ). Seit 1996 werden innerhalb der einjährigen Saison (temporada) zwei Meisterschaften (Apertura/Clausura) ausgespielt. Die Apertura wird in der zweiten Hälfte eines Kalenderjahres ausgetragen; die Clausura in der ersten. Was früher Hin- bzw. Rückrunde waren, sind also nun eigenständige Meisterschaften.

Der Primera División gehören 18 Vereine ein. Sie werden vor einer Apertura auf drei Gruppen verteilt. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe richtet sich nach dem Abschneiden in der vorangegangenen temporada. Unabhängig von der Gruppeneinteilung spielen alle Mannschaften in jeder Meisterschaftsrunde zunächst je einmal gegeneinander. Es werden sowohl Gruppentabellen als auch eine Gesamttabelle geführt.

Nach den 17 regulären Spieltagen eines Turniers qualifizieren sich die beiden Besten ihrer Gruppe für die Playoffs (Liguilla). Dazu kommen die beiden besten Gruppendritten. Sollte ein Verein in seiner Gruppe auf Platz 4 liegen, in der Gesamttabelle aber mehr Punkte vorzuweisen haben als einer der beiden besten Gruppendritten, so wird zwischen diesen Teams ein Entscheidungsspiel ausgetragen (repechaje).

Liguilla

Die im K.O.-Modus ausgetragene liguilla beginnt demzufolge als Viertelfinalrunde und endet mit dem Gran Final, in dem der Meister ermittelt wird. Die Platzierung in der Gesamttabelle hat dafür keine Relevanz. Alle Runden werden mit Hin- und Rückspielen ausgetragen.

Absteiger

Der einzige Absteiger wird nach Abschluß einer temporada ermittelt. Dazu wird der Punkteschnitt aus den letzten 6 Meisterschaften, also der letzten 3 temporadas ermittelt (Anzahl Punkte : Anzahl Spiele). Das Team mit dem geringsten Schnitt wird durch den Jahresmeister der Primera División "A" ersetzt. Dieser wird in einem Finalspiel zwischen Apertura- und Clausurameister der Zweiten Liga ermittelt.

 

Internationale Startplätze:

International spielen mexikanische Teams in den Wettbewerben der CONCACAF (Kontinentalverband von Nord-, Zentralamerika sowie der Karibik) und seit 1998 auch in denen des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL. Kurz vor Beginn der Saison 09/10 wurde allerdings den mexikanischen Teams seitens der CONCACAF der Start in der Copa Sudamericana verboten. Bezüglich der Teilnahme an der Copa Libertadores wird im November 2009 entschieden.

 

CONCACAF Champions League

Sieger und Zweiter einer Meisterschaft qualifizieren sich für die CONCACAF Champions League. Für die Teilnahmebedingungen an der SuperLiga Norteamericana waren zu Beginn der Saison 09/10 noch keine Details bekannt gegeben.
Geschichte

Geschichte

Wie in den meisten Ländern Lateinamerikas kam der Fussball um 1900 nach Mexiko. Englische Arbeiter, die mit der Exploration der Minen beauftragt waren, praktizierten ihren Lieblingsport in der Freizeit und gründeten schon bald Vereine. Der erste Fußballklub in Mexiko war vermutlich der Pachuca Athletic Club, gegründet 1900, aus dem später der C.F. Pachuca wurde. Nur zwei Jahre später wurde die erste Ligameisterschaft ausgetragen. Den ersten Titel sicherte sich der Orizaba Athletic Club, dem überwiegend Schotten angehörten.

In den Anfangsjahren zählten ausschließlich Briten zu den Klubmitgliedern. Doch rasch griff das Fußballfieber auch auf die Mexikaner über. Der erste Einheimische in den Reihen von Pachuca fand sich 1908. Von da an entwickelte sich der Fußball rasch zum Nationalsport in Mexiko.

Nationalmannschaft

Im Jahre 1923 formierte sich zum ersten Mal eine mexikanische Nationalmannschaft. Ihr erstes Spiel gewann sie gegen die Auswahl Guatemala mit 3:2 (1. Januar 1923). Bei der ersten Teilnahme an einem internationalen Turnier, den Olympischen Spielen von 1928 in Amsterdam, verlor man gegen Spanien mit 1:7, womit man bereits ausgeschieden war. Bei der WM 1930 in Uruguay war El Tri ähnlich erfolglos und schied mit drei Niederlagen punktlos in der Vorrunde aus (FRA 1:4, CHI 0:3, ARG 3:6).

Mittlerweile hat Mexiko bereits 13 WM-Teilnahmen vorzuweisen und war zweimal sehr erfolgreich Gastgeber einer Weltmeisterschaft (1970 und 1986). Die größten Erfolge der Nationalelf sind die vier Gold Cup Titel und der Gewinn des Confederations Cups 1999.

Beginn des Profifußballs

Mit der Gründung der Primera División 1943 fand auch der Profifussball Einzug in Mexiko. Seit 1996 werden innerhalb der ein Jahr dauernden Spielzeit (temporada) zwei Meisterschaften (Apertura/Clausura) ausgespielt.
Allgemeines

Struktur der Liga

Der Vereinsfussball in Mexiko ist stark kommerzialisiert, er gleicht in seiner Struktur dem US-Sport. In Mexiko befinden sich 12 von 18 Teams der 1. Liga in den Händen von Großfirmen wie Medienkonzernen, Brauereien, Zementherstellern und Unternehmensverbänden. Die übrigen Klubs gehören reichen Privatpersonen oder Universitäten.

Umzüge ganzer Vereine oder Verkäufe von Lizenzrechten standen in den vergangenen Jahren an der Tagesordnung. Die neu gegründeten Jaguares de Chiapas etwa, starteten mit Hilfe eingekaufter Lizenzrechte direkt in der 1. Liga. Der Traditionsverein Atlante aus Mexikostadt zog Anfang 2007 nach Cancún auf die Halbinsel Yucatán und wurde dort dank kräftiger finanzieller Förderung sofort Meister.

Die höchsten Gehälter

Für die Eigentümer ist der Unterhalt der Klubs keinesfalls direkt profitabel, sondern vornehmlich eine Prestigefrage oder Werbemaßnahme. Es wird dabei viel Geld bewegt. In Mexiko werden im Schnitt die höchsten Gehälter im lateinamerikanischen Fussball bezahlt. Nur wenige mexikanische Nationalspieler zieht es ins Ausland, da sie daheim das gleiche oder gar höhere Gehalt beziehen können. Auch viele Stars lassen gerne in Mexiko ihre Karriere ausklingen.

Ein Teil der Kosten wird refinanziert durch den Verkauf von Werbeflächen und TV-Übertragungen. Als Folge dessen gleichen die Spieler in Mexikos Primera División wandelnden Litfasssäulen. Zwischen den vielen Logos der Sponsoren lässt sich mitunter kaum noch das Vereinswappen auf dem Trikot erkennen. Der Spielplan ist dem TV-Programm angepasst, dadurch tragen die Vereine ihre Heimspiele immer zur gleichen Zeit am gleichen Wochentag aus. Estudiantes, beispielsweise, spielt daheim immer Freitag abends.

2. Liga

Eine weitere Folge dieser Strukturen ist, dass 17 von 24 Teams der 2. Liga (Primera División "A") Ableger von Erstligavereinen sind. Diese "parken" dort hoffnungsvolle Talente oder ausgemusterte Spieler.

Fans

Die Fans stehen dem Ganzen wie überall auf der Welt ziemlich machtlos gegenüber. Traditionsverbundene Vereinsfans sehnen sich nach den alten Zeiten. Nicht wenige aber begrüßen durchaus den positiven Effekt für den mexikanischen Fussball, der dadurch konkurrenzfähiger geworden ist und international in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Zudem kommen viele Zuschauer nun vermehrt in den Genuss, ausländische Spitzenspieler in ihren Vereinen spielen zu sehen.

Zwar wechseln die besten Spieler Lateinamerikas weiterhin nach Europa, doch die zweite Garde oder Rückkehrer zieht es gern in die Primera División. So tummeln sich dort zahlreiche brasilianische und argentinische Spitzenspieler. Allerdings wird es Verhältnisse wie in Europa, wo ganze Teams mitunter aus ausländischen Spielern bestehen, nie geben. Zum einen erwächst Konkurrenz aus dem Norden, wo die US-Major League finanziell aufrüstet und Spieler abwirbt, zum anderen gibt es in Mexiko eine strikte Ausländerreglung. Diese besagt, dass jeder Verein fünf Nicht-Mexikaner unter Vertrag haben kann, von denen vier gleichzeitig auf dem Feld spielen dürfen.

Vereinskarte - Mexico - 1. Liga - 2009/10

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