Struktur der Liga
Der Vereinsfussball in Mexiko
ist stark kommerzialisiert, er gleicht in seiner Struktur dem US-Sport.
In Mexiko befinden sich 12 von 18 Teams der 1. Liga in den Händen von
Großfirmen wie Medienkonzernen, Brauereien, Zementherstellern und
Unternehmensverbänden. Die übrigen Klubs gehören reichen Privatpersonen
oder Universitäten.
Umzüge ganzer Vereine oder Verkäufe von
Lizenzrechten standen in den vergangenen Jahren an der Tagesordnung.
Die neu gegründeten Jaguares de Chiapas etwa, starteten mit Hilfe
eingekaufter Lizenzrechte direkt in der 1. Liga. Der Traditionsverein
Atlante aus Mexikostadt zog Anfang 2007 nach Cancún auf die Halbinsel
Yucatán und wurde dort dank kräftiger finanzieller Förderung sofort
Meister.
Die höchsten Gehälter
Für
die Eigentümer ist der Unterhalt der Klubs keinesfalls direkt
profitabel, sondern vornehmlich eine Prestigefrage oder Werbemaßnahme.
Es wird dabei viel Geld bewegt. In Mexiko werden im Schnitt die
höchsten Gehälter im lateinamerikanischen Fussball bezahlt. Nur wenige
mexikanische Nationalspieler zieht es ins Ausland, da sie daheim das
gleiche oder gar höhere Gehalt beziehen können. Auch viele Stars
lassen gerne in Mexiko ihre Karriere ausklingen.
Ein Teil der Kosten
wird refinanziert durch den Verkauf von Werbeflächen und
TV-Übertragungen. Als Folge dessen gleichen die Spieler in Mexikos
Primera División wandelnden Litfasssäulen. Zwischen den vielen Logos
der Sponsoren lässt sich mitunter kaum noch das Vereinswappen auf dem
Trikot erkennen. Der Spielplan ist dem TV-Programm angepasst, dadurch
tragen die Vereine ihre Heimspiele immer zur gleichen Zeit am gleichen
Wochentag aus. Estudiantes, beispielsweise, spielt daheim immer Freitag
abends.
2. Liga
Eine weitere Folge dieser Strukturen ist, dass 17 von 24 Teams der 2. Liga (Primera División "A") Ableger von Erstligavereinen sind. Diese "parken" dort hoffnungsvolle Talente oder ausgemusterte Spieler.
Fans
Die
Fans stehen dem Ganzen wie überall auf der Welt ziemlich machtlos
gegenüber. Traditionsverbundene Vereinsfans sehnen sich nach den alten
Zeiten. Nicht wenige aber begrüßen durchaus den positiven Effekt für
den mexikanischen Fussball, der dadurch konkurrenzfähiger geworden ist
und international in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.
Zudem kommen viele Zuschauer nun vermehrt in den Genuss, ausländische
Spitzenspieler in ihren Vereinen spielen zu sehen.
Zwar wechseln die
besten Spieler Lateinamerikas weiterhin nach Europa, doch die zweite
Garde oder Rückkehrer zieht es gern in die Primera División. So tummeln
sich dort zahlreiche brasilianische und argentinische Spitzenspieler.
Allerdings wird es Verhältnisse wie in Europa, wo ganze Teams mitunter
aus ausländischen Spielern bestehen, nie geben. Zum einen erwächst
Konkurrenz aus dem Norden, wo die US-Major League finanziell aufrüstet
und Spieler abwirbt, zum anderen gibt es in Mexiko eine strikte Ausländerreglung.
Diese besagt, dass jeder Verein fünf Nicht-Mexikaner unter Vertrag
haben kann, von denen vier gleichzeitig auf dem Feld spielen dürfen.