Gilberto zurück zu Cruzeiro

18.07.2009 - Transferkarussell

Cruzeiro Belo Horizonte gab die Verpflichtung des Ex-Herthaners Gilberto bekannt. Nur wenige Tage nach der Niederlage in...

von Christian Piarowski

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Cruzeiro Belo Horizonte gab die Verpflichtung des Ex-Herthaners Gilberto bekannt. Gilberto, der zuletzt für Tottenham kickte, kommt ablösefrei zu Cruzeiro. Hier spielte er bereits 1998, bevor er zu Inter Mailand wechselte. Seine beste Zeit in Europa hatte er bei Hertha BSC, für die brasilianische Nationalelf stand er zwanzigmal auf dem Platz und gewann 2007 die Copa America.

Nur wenige Tage nach der Niederlage in der Copa Libertadores treiben die Vereinsoberen die Verstärkung des Kaders weiter voran. Dies ist auch nötig, denn in der Copa hatten sich gleich mehrere Spieler ins Blickfeld europäischer Klubs spielen können und verlassen den Verein oder sind bereits gewechselt. Der größte Verlust ist dabei der brasilianische Nationalspieler Ramires, der zu Benfica Lissabon transferiert wurde. Zudem sind auch der Abgänge von Wanderley zu Marítimo (Portugal) und des ausgeliehenen Verteidigers Anderson zu Lyon bestätigt.

Erfolge bei den Copa-Wettbewerben sind für die südamerikanischen Vereine zwar finanziell ein Segen, meist folgt sportlich aber der Absturz. Die durch Abgänge entstandenen Lücken, können oft nicht gleichwertig ersetzt werden. Häufig werden sie mit jungen Talenten gestopft, die dadurch die Möglichkeit zum Durchbruch erhalten.

In Brasilien, der Fußballer-Export-Nation Nummer 1, geht der Trend derzeit aber in eine andere Richtung. Der 33-jährige Gilberto setzt mit dem Wechsel zu Cruzeiro die Heimkehr der Altstars fort, die in dieser Saison in Mode gekommen ist. Jeder große Verein versucht, wenigstens einen Star zurückzulocken. Den Anfang machte Aufsteiger Corinthians. Der Klub aus Sao Paulo will zum 100-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr ein Spitzenteam aufbauen. Mit der Verpflichtung von Ronaldo gelang vor wenigen Monaten der erste spektakuläre Schritt in diese Richtung. Euphorie und Stolz über diesen Coup sind bei den Fans unbeschreiblich groß.

Bei seinem Stammverein Flamengo betrachtet man ihn dagegen als Verräter, man hatte Ronaldo ebenfalls ein Angebot gemacht. Wenig später konnte der Klub aus Rio de Janeiro aber selbst eine Transfersensation verkünden. Der depressive Adriano war aus Mailand in der Heimat geflüchtet, nun startet er bei Flamengo einen Neuanfang. Die Verpflichtung der beiden ehemaligen Weltstars, hat sich sowohl finanziell als auch sportlich gelohnt. Adriano sorgte bei seinem Debüt für ein nahezu ausverkauftes Maracana, Ronaldo-Trikots sind ein Verkaufsschlager. Zudem scheinen beide Kicker die Freude am Fußball wiedergefunden zu haben. Zwar nicht ganz in alter Form und etwas übergewichtig anmutend, treffen sie in schöner Regelmäßigkeit das Tor.

Das Model machte Schule. Schon bald brodelte es in der Gerüchteküche, nahezu jeder ältere ehemaliger Spieler der Selecao wurde mit einem Verein in Verbindung gebracht. Gremio flirtete mit Ronaldinho, Santos wollte Roberto Carlos. Trotz der Prominenz im Kader wurden weder Flamengo noch Corinthians in der brasilianischen 1. Liga bisher ihren eigenen Ansprüchen gerecht. Die beiden populärsten Klubs Brasiliens liegen zwar im vorderen Mittelfeld, jedoch bereits mehrere Punkte hinter Tabellenführer Atletico Mineiro zurück. Corinthians gewann aber die Copa do Brasil und ist damit bereits für die Copa Libertadores 2010 qualifiziert. Es bleibt spannend, die brasilianische Liga unter dem Einfluss der Altstars zu beobachten. Für ihre Mitspieler ist das gemeinsame Spiel und Training mit den Stars zusätzliche Motivation. Junge Spieler, die vor dem Sprung ins Ausland stehen, können von ihrer Erfahrung nur profitieren.