Weder Glanz noch Gloria: Instituto - Ferro Carril Oeste

01.04.2013 - Vor Ort in der Nacional B (2. Liga)

Fotos und Spielbericht vom Nacional-B-Spiel Instituto vs Ferro Carril Oeste im Estadio Juan Domingo Perón in Córdoba.

von Christian Piarowski

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Cordoba erstreckt sich weitflächig auf beiden Ufern des Río Suquía, der sich durch das in einer Senke liegende Stadtzentrum schlängelt. Der Stadtteil Alta Cordoba liegt nördlich vom Zentrum und etwas höher als die Innenstadt. Es ist eines der alten Viertel der Stadt, in dem sich traditionell Ober- und Mittelschicht niedergelassen haben. Hier ist die Heimat von Instituto (genauer: Instituto Atlético Central Córdoba), und hier liegt auch das Stadion Juan Domingo Peron. Dieses Stadion hat denselben Namensgeber wie der Cilindro in Avellaneda, da sowohl Instituto als auch Racing (sowie Huracan) in den 40er Jahren, zur Amtszeit von Peron, ihre Stadion mit Hilfe von Subventionen seitens des Staates erbauten (bzw renovierten, im Falle von Huracan).

 

Vor gut einem Jahr befand sich Instituto in aussichtsreicher Position im Aufstiegsrennen. Wie zuvor von Insidern gemunkelt (der Klub wolle gar nicht aufsteigen), verfehlte aber Instituto den Aufstieg um Haaresbreite am letzten Spieltag mit einer, vor allem in der Höhe (0:3), völlig überraschenden Heimpleite gegen den heutigen Gegner Ferro Carril Oeste. Auch Ferro spielte damals eine recht gute Saison, hatte aber bereits lange vor der letzten Spielrunde nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun. In der neuen, aktuellen Saison spielen beide Vereine nicht nur wenig erfolgreich, sondern richtig schlecht und tingeln am Tabellenende bzw. hinterem Mittelfeld herum. Vor allem die Spielweise hat beide Fanlager ziemlich verärgert.

 

Wenige Zuschauer, gespaltene Barra

Dementsprechend war es wenig überraschend, dass an jenem sonnendurchflutenden, aber dennoch milden Samstag nur wenige Fans den Weg ins Stadion fanden. Hinzu kam, dass viele potentielle Stadiongänger das verlängerte Osterwochenende für Fahrten ins schöne Umland nutzten. Gästefans waren ohnehin nicht erlaubt. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen. Not gegen Elend. Wobei Elend noch den besseren Eindruck machte und irgendwie 10 Minuten vor Spielende den Ball ins Tor bekam, was selbst die Spieler überraschte. Schließlich hatte Ferro zuvor in 26 Spielen gerade mal 20 Treffer erzielt. Das Tor schoss Javier Correa, ein ehemaliger Spieler von Instituto, der sich daher das Jubeln verkniff.

 

Für die Fans von Instituto, das den Spitznamen "La Gloria" trägt, war spätestens da der Geduldsfaden gerissen. Hatten zuvor die beiden Barras noch versucht, ihr Team zu unterstützen, setzte es die letzten 10 Minuten und vor allem nach Abpfiff ein Konzert voller Beleidigungen und Drohungen. Da herrschte dann zum ersten Mal Einigkeit zwischen beiden Barras, die sich zuvor vor allem darin auszeichneten, möglichst den anderen überstimmen zu wollen. Natürlich mit jeweils unterschiedlichen Liedern und Trommelrhythmen. Diesen Wettstreit gewann die Barra auf der Hintertortribüne (Los Ranchos) gegen die auf der Gegengerade versammelte La Mastrosimone, allein schon, da sie quantitativ überlegen war.

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Instituto 0:1 Ferro Carril Oeste, Estadio Juan Domingo Perón, Córdoba, 27. Spltg. 12/13, Samstag, 16:00, 30.03.2013 - Zuschauer: 3500, davon 0 Gäste

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