Erneute Ausschreitungen

31.03.2008 - Primera A

Beim Spiel River Plate - Arsenal de Sarandí (1:0) kam es unter den River Fans zu massiven Auseinandersetzungen zwischen zwei verfeindeten barra brava (Ultras) Gruppen...

von Christian Piarowski

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Zwei Wochen nach dem Tod eines Velez-Fans und nur eine Woche nachdem Fans von Racing Club für einen Spielabbruch gesorgt hatten, wurde der argentinische Fussball an diesem Wochenende erneut von Ausschreitungen heimgesucht.
Beim Spiel River Plate - Arsenal de Sarandí (1:0) kam es unter den River Fans zu massiven Auseinandersetzungen zwischen zwei verfeindeten barra brava (Ultras) Gruppen. Als die Gruppe "La Banda de Gonzalo" die Tribüne betrat, traf sie dort auf die so genannte "Banda del Oeste". Es kam sofort zu der gewaltsamen Konfrontation, bei der die Beteiligten minutenlang mit Messern und Fahrradketten aufeinander losgingen. Ergebnis: acht Verletzte und 38 Festnahmen. Zu den meisten Festnahmen kam es aber erst nach dem Spiel. Während der Kämpfe hatte die Polizei tatenlos zu gesehen. Die River Fans auf der Tribüne drückten in Gesängen ihr Ablehnung gegen die Vorgänge aus: "Ihr seid wie Boca, la pu... que los pa..." Doch davon zeigten sich die barrabravas wenig beeindruckt. Bei den Kämpfen ging es um die Vorherrschaft innerhalb des harten Kerns der River Fans. Eine Position, die nicht nur Prestige bringt, sondern auch finanziell lukrativ ist. Die barrabravas bekommen beispielsweise gegen Gefälligkeiten Karten vom Vereinsvorstand zugeteilt, die sie dann weiter verkaufen. Die internen Kämpfe in der Fangemeinde River dauern nun seit Monaten an und haben bereits ein Todesopfer gefordert.
Eine Person befindet sich schwer verletzt im Krankenhaus. Allerdings soll er nach Angaben der Polizei nichts mit den Vorfällen zu tun gehabt haben, sondern Opfer eines Verkehrsunfalls sein. Nach Aussagen des Krankenhauspersonals soll es sich jedoch dabei um diejenige Person handeln, die man in TV-Bildern halb ohnmächtig die Tribünenstufen hinabstolpern sah.
River hatte das Spiel im Stadion von Veléz in Liniers austragen müssen, da das Monumental derzeit Schauplatz des Musikfestivals "Quilmes Rock" ist. Erst eine Woche zuvor war die Tribüne, auf der sich an diesem Sonntag die Gewaltszenen abspielten, von Velez Fans in Schwarz gehalten worden, um für Gerechtigkeit im Fall Emanuel Álvarez (siehe vorigen Artikel) und Gegen Gewalt in den Stadien zu demonstrieren zu fordern. Die Gästefans spendierten damals Beifall; der Gegner von Velez hieß: River.

Quelle:diario ole, la Nación