Erneute Todesfälle nach Fanausschreitungen
24.11.2008 - Primera A
Am vergangenen Wochenende kamen in Argentinien erneut zwei Fußballfans ums Leben. Am Samstag verstarb der erst 21-jährige Daniel López auf dem Weg ins Krankenhaus nachdem er im Stadion von Colón...
von Christian Piarowski
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Am vergangenen Wochenende kamen in Argentinien erneut zwei Fußballfans ums Leben. Am Samstag verstarb der erst 21-jährige Daniel López auf dem Weg ins Krankenhaus nachdem er im Stadion von Colón de Santa Fe mit mehreren Messerstichen niedergestochen worden war. López besuchte mit drei Brüdern das Spiel Colón gegen Godoy Cruz. Laut Vermutungen der Polizei war der Grund für die gewaltsame Auseinandersetzung, dass sich López an einem Wellenbrecher aufhielt, der nicht zu seinem Stammplatz gehörte. Nach der Aussage seines jüngeren Bruders, soll Jemand aus der barra Daniel aufgefordert haben, in die Gesänge mit einzustimmen. Das Opfer habe sich jedoch geweigert und stattdessen gefordert, sein Gegenüber solle verschwinden. Daraufhin kam es zunächst zu einem Handgemenge bis eine weitere, vermutlich minderjährige Person auf Daniel López zusteuerte und auf ihn einstach. Als sich die Brüder mit einschalten wollten, wurden sie von mehreren barra bravas verprügelt. Ein weiterer Bruder des Verstorbenen erlitt ebenfalls Verletzungen durch Messerstiche, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Überwachungskameras des Stadion konnten Bilder vom Täter machen und die Polizei befindet sich auf der Suche.
Am Sonntag verstarb zudem Cafú Silvera, Mitglied der barra brava von Huracán. Silvera war einer der 160 barras, die sich am 1. November eine wahre Straßenschlacht mit den barra bravas des Erzrivalen San Lorenzo lieferten. Nach dem Spiel Huracán gegen Estudiantes im Stadion von Vélez hatten die gewaltigen Anhänger des "Globos" eine Gruppe von San Lorenzo-Fans angreifen wollen, um auf ihre Art das 100-jährige Klubjubiläum zu feiern. Doch die zahlenmäßig unterlegen barras von San Lorenzo waren auf diese Aktion vorbereitet gewesen und empfingen die Angreifer mit einem Kugelhagel, bei dem zunächst wie durch ein Wunder keine Toten zurückgeblieben waren. Cafú Silvera lag daraufhin drei Wochen auf der Intensivstation, wo er am Sonntag verstarb. Aufgrund dieses Todesfalles wird das am Wochenende anstehende Clásico wohl zu großer Wahrscheinlichkeit nicht im Ducó stattfinden. Die Heimspielstätte Huracáns war gerade erst am vergangenen Mittwoch (19.11.) nach über einem Jahr für den Spielbetrieb wieder freigegeben worden. Dies hatte zunächst die Hoffnung genährt, das Derby könnte dort steigen. Als Ausweichstätten gelten nun die Bombonera oder das Monumental.
Mit den beiden Todesfällen steigt die Zahl der Opfer der Gewalt im argentinischen Fußball auf deren vier was das Jahr 2009 betrifft - und auf 232 insgesamt. Nur 10 Fälle wurden bisher aufgeklärt.



