Osterdesaster: Alumni - Racing (Cba)

31.03.2013 - Vor Ort im Torneo Argentino A (3. Liga Interior)

Fotos und Spielbericht vom Argentino-A-Spiel Alumni Villa Maria vs Racing de Cordoba im Estadio Plaza Manuel A. Ocampo in Villa Maria.

von Christian Piarowski

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Villa Maria liegt 145 Autobahnkilometer südöstlich von Cordoba. Mit etwas über 90.000 Einwohnern ist es die drittgrößte Stadt der Provinz Cordoba und zeichnet sich neben seiner Bedeutung für die hiesige Landwirtschaft auch als Universitätsstadt aus. An einem Sonntagmorgen wirkt die auffallend saubere Stadt mit ihren breiten Avenidas wie ausgestorben, so wie es ja auch im Rest des Landes zu dieser Zeit üblich ist. Lediglich einige verlorene Zeitungsleser waren 8:45Uhr morgens in den Cafes um die Plaza herum anzutreffen.

 

Viel Aufregung im Vorfeld

Dabei hatte es in den Medien so viel Aufsehen um diese Partie gegeben, die aus Sicherheitsgründen bereits um 11:15Uhr angepfifen wurde. Denn beide Teams hatten eine gebrauchte Saison erwischt und kämpften kurz vor Saisonende gegen den Abstieg. Dabei hatte Alumni die etwas bessere Ausgangsposition und konnte bei einem Sieg sogar noch auf den direkten Klassenerhalt hoffen. Für Racing, das in den 80ern regelmäßig in der 1. Liga und in den 90ern einige Saisons in der 2. Liga spielte, würde die Niederlage dagegen praktisch den vorzeitigen Abstieg bedeuten, da dann selbst die Relegation in weite Ferne rücken würde. Kurz: beide Teams mussten gewinnen und die Presse kündigte ein heiß umkämpftes Finale an. So heiß, dass lange gestritten wurde, wo, wann und mit wie vielen Zuschauern das Spiel stattfinden sollte.

 

Zwischenzeitlich hieß es, die Partie würde in Cordoba im Estadio Kempes ausgetragen - großer Protest seitens Alumnis. Dann hieß es, es dürften nur wenige hundert Gästefans in Villa Maria dabei sein - großer Protest seitens Racings. Und schließlich wurde festgelegt, dass das Spiel in Villa Maria steigt, ohne Gästefans - riesiger Protest seitens Racings, dessen Präsident sofort in jedes Mikro brüllte, er könne dann für nichts garantieren, tausende würden dennoch nach Villa Maria fahren usw.. Diesen indirekten Aufruf zur Gewalt untermalten einige Fans der Academia mit Rauch in Cordobas Straßen, der von den brennenden Autoreifen aufstieg, mit denen sie in Stadionnähe im Barrio de Nueva Italia einige Straßen blockierten, um gegen die Entscheidung zu demonstrieren.

 

Am Ende herrschte Ruhe, absolute Ruhe

Da durfte man sich fragen, ob denn eine Fahrt nach Villa Maria nicht etwa zu einem Abenteuer mit Gefahr für Leib und Seele werden könnte. Aber natürlich nicht. Wie oben geschildert, blieb alles ruhig. Dafür sorgte nicht etwa das massive Polizeiaufgebot, sondern einfach die Tatsache, dass die Menschen in Villa Maria dem ganzen weit weniger Dramatik zusprachen als es die Presse tat. Dies zeigt beispielsweise die Tatsache, dass um 9:00, als die Kassen öffnen sollten, außer Polizei und ein paar fröstelnden Journalisten aus Cordoba niemand am Stadion war, nicht einmal die Dame vom Kassenhäuschen. Auch die Mitarbeiter des Clubs wirkten gelassen, nur die Polizei wirkte angespannt und probierte sich in allerlei Formationen unter nervösem Gebelle der Vorgesetzten. Letzten Endes sollte sich ein halbes Dutzend Gästefans als Veineinsfunktionäre getarnt ins Stadion schmuggeln können. Etwa 20 andere hatten weniger Glück, genauso wie ein Zuschauer, in dessem Ausweis Cordoba als Wohnsitz angegeben war, und der des Stadions verwiesen wurde.

 

Um 10:00 tauchten so langsam die ersten Zuschauer auf, kurz vorher war auch erst die Dame vom Kassenhäuschen erschienen. Letztlich sollten nicht ganz die zugelassenen 3.500 Zuschauer kommen. Diejeniegen, die den Ostersonntagvormittag für den Stadionbesuch opferten, sollten eine Katastrophe erleben. Racing ging rasch in Führung, sehr zum Jubel des halben Dutzends, dass nun blaue-weiße Fanshirts zeigte und die eigene Freude selbst kaum fassen konnte. Dann ging es Schlag auf Schlag, zur Pause stand es 3:0 für die Gäste und sowohl Spieler als auch Fans von Alumni wirkten starr vor Schock.

 

Die kleine Barra, die anfangs noch hoffnungsvoll und gut gelaunt trommelte und sang, stellte bereits kruz vor der Halbzeitpause den Support ein. Anfangs der zweiten Halbzeit wurden die Trommeln dem Nachwuchs überlassen. Als dann das 4:0 den endgültigen Todesstoß bedeutete, verschwanden sämtliche Zaunfahnen und Banner und die Barra sowie einige andere Zuschauer schickte sich an das Stadion zu verlassen. Nur hatte die Polizei etwas dagegen, schließlich lautete das Sicherheitkonzept, erst die Gäste"fans" und dann der Rest. Die Zuschauer sollten gefälligst die Demütigung am Ostersonntagmorgen ertragen. Natürlich kam es zu Gerangel und Geschrei, bis schließlich irgendwann der befehlshabende Polizist herbeigerufen war, und ein Tor öffnen ließ. Bis zum Spielende waren Barra und ein Drittel der Zuschauer verschwunden. Der Rest ertrug zähneknirschend die 90 Minuten. Auch die ausgelassene Feier der Gästespieler mit ihren halben Dutzend veranlasste niemanden zu den befürchteten Gewaltausbrüchen und alle gingen friedlich nach Hause.

 

Am Ende sollten beide Teams absteigen. Racing direkt und Alumni über die Relegation.

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Alumni 0:4 Racing (Cba), Estadio Plaza Manuel A. Ocampo, Villa Maria (Provincia de Córdoba), 4. Spltg. Repechaje, Zona Norte, Sonntag, 11:15, 31.03.2013 - Zuschauer: 3000, davon 0 Gäste

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