Reichlich Penunsen für Diego
25.06.2009 - AFA
Tja, so ist das in Argentinien: er war die 10, er ist Gott und er hat monatelang das Heiligtum des argentinischen Fußballs betreut; und das ohne einen echten Vertrag. Wer?, D...
von Christian Piarowski
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Tja, so ist das in Argentinien: er war die 10, er ist Gott und er hat monatelang das Heiligtum des argentinischen Fußballs betreut; und das ohne einen echten Vertrag. Wer?, Diego! (wer sonst?). Doch damit ist nun Schluß, denn Maradona ist nun ganz offiziell Angestellter der AFA. Wie es heisst, hat er gestern, zum Jubiläum seines letzten Spiels für die Albiceleste, sein Autogramm unter das Papier gesetzt, welches ihm nun 1.200.000 US-Dollar pro Jahr zusichert.
Es war der 25. Juni 1994, Boston, USA, Fifa-WM, die 28. Minute beim Spiel Argentinien gegen Nigeria. Diego dribbelte wie in alten Zeiten, passte den Ball mustergültig, Canniggias blonde Mähne flatterte im Wind und der Ball zappelte im Netz: 2:1! Die blau-weiße Welt am Rio de La Plata war da noch in Ordnung. Doch dann geleitete eine bieder aussehende Krankenschwester Gott zum Klo und der Apfel war gegessen. Diegos Urin enthielt Spuren von Ephedrin; das Aus für ihn und der Albiceleste. Nach dem viel versprechendem WM-Aufktakt folgten ohne Maradona ein 0:2 gegen Bulgarien im letzten Gruppenspiel und das Aus im Achtelfinale gegen Rumänien. Nie wieder sollte "el Diez" das blau-weiße Trikot tragen.
So viel zur Vergangenheit, für die Zukunft hat seine Ex-Frau und Managerin Claudia Villafañe einen Vertrag bis zur Copa America 2011 aushandeln wollen, doch zunächst läuft der Kontrakt lediglich bis zum Ende der WM-Qualifikation. Sollte sich Argentinien für Südafrika qualifizieren, wird der Vertrag automatisch verlängert. Diego bekommt dabei deutlich mehr als seine Vorgänger, die mit "nur" 500.000 US-Dollar jährlichem Salär abgespeist wurden.
Doch es stellt sich die Frage, ob die kurze Vertragslaufzeit ein Ausdruck schwindenden Vertrauens ist? Seit dem 1:6 in Bolivien ist auch Diego in Argentinien angreifbar geworden. Die Kritik wächst. Nationalcoach in Argentinienangesichts heutiger Spielergehälter mit 1,2 Millionen US-Dollar fast ein undankbarer Job?

